Die Geschichte der Ruhrtal Brauerei in Herbede von 1920

"Hopfentee" per Bahn in alle Welt
Von der ehemaligen "Ruhrtal Brauerei Fr. Brinkmann" in Herbede sind nur wenige steinerne Zeugen übriggeblieben, obwohl das Unternehmen zu Zeiten seiner Blüte eine bedeutende Wirtschaftsmacht darstellte. Das im Herbeder Volksmund "Hopfentee" genannte Erzeugnis ging per Bahn in alle Welt. In dem Buch "1100 Jahre Herbede" lesen wir:
"Aus der früheren Hausbrauerei Lürmann, dem jetzigen Wohnhause Ruhrtal Nr.7, Eigentümer Firma Dittmann-Neuhaus, entstand zu Beginn der 2.Hälfte des vorvorigen Jahrhunderts die hier weitbekannte Ruhrtal Brauerei FR. Brinkmann. Die Brauerei wurde 1920 verkauft und ging ein. Mit einer durchschnittlichen Beschäftigungszahl von ca. 40 Personen, über 30 Pferden und 3 Lastkraftwagen war der Brauereibetrieb, der auch über 3 Eisenbahnwaggons verfügte, für unsere Gemeinde ein schon immerhin beachtlicher wirtschaftlicher Faktor."
Ruhrtal Brauerei seit 2008
An die alte Tradition des Bierbrauens im Ruhrtal knüpft voller Stolz die Ruhrtal Brauerei seit dem Jahr 2008 wieder an.

...und in den Kesseln braut ein neues Bier

Hier bekommen Sie ein paar Eindrücke, Informationen und Wissenswertes rund um das neue Ruhrtaler Bier.
Die Braukessel der Ruhrtalbrauerei dampfen und zischen wieder, denn in der Brauerei wird gerade ein neues Bier gebraut. Wir Sonnenscheiner erwarten nun mit Freude das RPA (Ruhrtaler Pale Ale).
Das Spezialbier wird aus 3 verschiedenen Sorten Malz mit einer obergärigen Hefe gebraut. Inspiriert von der Tradition der IPAs aus England (India Pale Ale) wird unser Spezialbier mit ganzen 5 verschiedenen Hopfensorten gehopft. Die Sorten Magnum, Cascade, Amarillo, Perle und Tradition verleihen dem Bier seine nötige Bitterkeit und die fruchtige, frische Ausprägung. Hinzu kommt dann das sogenannte Dry Hopping verfahren, wobei der Hopfen in einem großen Beutel in das lagernde Bier gehängt wird. Wie bei einem guten Tee zieht das Bier dann noch weiteres Aroma aus dem Hopfen. Ganz schön aufwendig, aber das Ergebnis wird sich schmecken lassen können. Doch woher kommt denn das Pale Ale?
Der Begriff Pale Ale leitet sich vom hellen (Pale) Ale (Bier) ab. Das bedeutet nichts anderes, als das helle Malzsorten zur Herstellung genutzt wurden. Dazu wird eine obergärige Hefe verwendet und das Bier bei höherer Temperatur vergoren. Inspiriert ist unser RPA vom traditionellen IPA (India Pale Ale).Warum IPA?
Das ist ganz einfach. Als die Engländer ihr Weltreich bis nach Indien ausdehnten hatten diese natürlich Durst. Der Gin Tonic war schon erfunden und den einfachen Soldaten dürstete es nach Bier aus der Heimat. Das wurde nur leider beim langen Seewegtransport immer schlecht und ungenießbar, also wurde kurzerhand mehr Hopfen zum Bier gegeben, denn dieser macht das Bier nicht nur wohlschmeckend, sondern auch haltbarer. So konnte das leckere, fruchtige und leicht bittere Bier auch in Indien getrunken werden.
Wir Sonnenscheiner sind zwar nicht nach Indien gefahren um uns für ein neues Bier inspirieren zu lassen, aber nach einigen Studien und Abwägungen haben wir für Sie die besonders umfangreichste aller Biersorten und Stile ausgewählt. Bei kaum einer anderen Biersorte kann das Aromenspektrum so unterschiedlich ausgeprägt sein, als beim Pale Ale.

Die Gärung

Nachdem die Zutaten alle fein säuberlich ausgewählt wurden, wurden die drei Malzsorten zermahlen (Geschrotet) und mit Wasser in unseren Gärtank gefüllt. Für ein gutes Ale braucht man eine obergärige Hefe, das bedeutet, dass die Hefe während der Gärung an die Oberfläche steigt. Das geschieht üblicherweise bei Temperaturen von ca. 20° Grad Celsius.

Die Zutaten

Nebst Wasser und Hefe brauch ein guter Brauer noch das Malz und den Hopfen. Für das RPA verwenden wir Sonnenscheiner Pilsener-, Weizen- und Wienermalz.
Das gemahlene Malz wird dann im Braukessel mit Wasser erhitzt und mit einer obergärigen Hefe zum gären gebracht. Diese wandelt die Stärke (den Zucker) des Malzes in Alkohol um.
Der Hopfen (im Bild) gibt später dem Bier seinen würzigen und fruchtigen Geschmack. Ob nun Hopfendolden oder Pellets (wie zu sehen) verwendet werdne hat keinen Einfluss auf die Qualität. Wir Sonnenscheiner nutzen die Hopfenpellets in der Ruhrtalbrauerei aufgrund der logistisch besseren Eigenschaften.

Die Hopfengabe

Der Hopfen gibt dem Bier sein besonderes Aroma. Daher haben wir Sonnenscheiner für das RPA gleich 5 Sorten Hopfen ausgewählt. Die Sorten Magnum, Cascade, Amarillo, Perle und Tradition verleihen dem RPA dann die unvergleichliche Harmonie zwischen Frucht und Bitterkeit. Zusätzlich zur normalen Hopfengabe wird das RPA auch "Hopfengestopft". Das bedeutet, dass das Bier nach der Gärung noch einige Zeit im Lagertank mit einer ausgewählten Hopfensorte (oder mehreren) in Berührung kommt. So wird noch einmal dem Bier mehr Geschmack und eine gewisse Finesse verliehen. Nach der Kalthopfung lagert das RPA noch etwa 4-6 Wochen in den Lagertanks der Ruhrtal Brauerei. Nach einer erfolgreichen Vorstellung in Bochum und einer gut laufenden Testphase sind wir Sonnenscheiner stolz Ihnen das Craft-Bier aus der Ruhrtal Brauerei zu präsentieren.